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MS Naturprodukte

Ätherische Öle · Stand 12.8.2026

Ätherische Öle kaufen: Woran naturreine Qualität erkennbar ist

Ätherische Öle sind hochkonzentrierte Pflanzenauszüge — ein Tropfen Pfefferminzöl entspricht rund 30 Tassen Pfefferminztee an aromagebenden Bestandteilen. Genau deshalb entscheidet die Qualität des Etiketts über die Qualität des Kaufs. Diese Seite erklärt, welche Angaben aussagekräftig sind und welche reines Marketing bleiben.

Bezeichnung
„100 % naturreines ätherisches Öl" — alles andere kann Duftöl sein
Pflichtangaben
Botanischer Name, Pflanzenteil, Herkunft, Chargennummer
Gebinde
Braun- oder Violettglas, dicht schließend, mit Tropfeinsatz
Verdünnung Haut
Übliche Praxis: 1–3 % in einem fetten Trägeröl
Haltbarkeit
Zitrusöle ca. 1–2 Jahre, harzige und Wurzelöle deutlich länger
Kennzeichnung
CLP-Verordnung (EG) 1272/2008: Gefahrensymbole und H-Sätze

Naturrein, natürlich, naturidentisch — drei verschiedene Dinge

Nur „naturrein" (oder „100 % ätherisches Öl") bedeutet, dass der Inhalt ausschließlich aus der genannten Pflanze destilliert oder gepresst wurde. „Naturidentisch" beschreibt im Labor nachgebaute Einzelstoffe, „Duftöl" oder „Aromaöl" ist in aller Regel eine Mischung aus Trägeröl und Riechstoffen. Für Aromatherapie im engeren Sinne kommt nur die erste Gruppe infrage; für einen Raumduft im Diffuser kann eine Duftmischung völlig ausreichen — man sollte nur wissen, was man kauft.

Ein verlässlicher Hinweis ist der Preis pro Milliliter. Rosenöl, Melisse und Neroli lassen sich nicht für wenige Euro je 10 ml herstellen; wo das trotzdem angeboten wird, steckt fast immer eine Verschnittmischung dahinter. Lavendel, Teebaum, Eukalyptus und Zitrus sind dagegen tatsächlich günstig, weil die Ausbeute je Kilogramm Pflanzenmaterial hoch ist.

Was auf dem Etikett stehen sollte

Aussagekräftige Etiketten nennen den botanischen Namen inklusive Art — also Lavandula angustifolia statt nur „Lavendel", denn Lavandin (Lavandula x intermedia) riecht und wirkt anders und ist deutlich billiger. Dazu kommen der verwendete Pflanzenteil (Blüte, Blatt, Schale, Wurzel), das Gewinnungsverfahren (Wasserdampfdestillation oder Kaltpressung), das Herkunftsland und eine Chargennummer.

Ätherische Öle fallen als chemische Gemische unter die CLP-Verordnung (EG) Nr. 1272/2008. Auf der Verpackung stehen deshalb Gefahrenpiktogramme und H-Sätze — häufig „kann bei Verschlucken und Eindringen in die Atemwege tödlich sein" (H304) für terpenreiche Öle. Das ist kein Qualitätsmangel, sondern korrekte Kennzeichnung; ihr Fehlen ist eher ein Warnsignal.

Anwendung: Diffuser, Trägeröl, Roll-on

Im Ultraschall- oder Vernebler-Diffuser genügen wenige Tropfen je Wasserfüllung; mehr bringt keinen intensiveren Duft, sondern reizt eher die Atemwege. Für die Anwendung auf der Haut werden ätherische Öle in ein fettes Trägeröl eingerührt — Mandel, Jojoba oder Sonnenblume — üblich sind 1–3 %, also etwa 3–9 Tropfen auf 10 ml. Fertige Roll-ons nehmen einem diese Rechnung ab und sind für unterwegs praktisch.

Unverdünnt auf die Haut gehören ätherische Öle nicht. Bei Zitrusölen kommt hinzu, dass einige Bestandteile phototoxisch reagieren können; nach dem Auftragen ist direkte Sonne für einige Stunden ungünstig. Für Schwangere, Säuglinge, Kleinkinder und Menschen mit Asthma gelten eigene Einschränkungen — das ist ein Fall für ärztlichen oder apothekerlichen Rat, nicht für eine Website.

Lagerung und Haltbarkeit

Sauerstoff, Licht und Wärme sind die drei Gegner. Braun- oder Violettglas, fest verschlossen, kühl und dunkel gelagert — dann bleiben die meisten Öle über Jahre stabil. Zitrusöle oxidieren am schnellsten und riechen nach ein bis zwei Jahren erkennbar kratzig; harzige Öle wie Weihrauch oder Vetiver reifen im Gegenteil eher nach.

Ein angebrochenes 100-ml-Gebinde ist deshalb nur bei Ölen sinnvoll, die man regelmäßig verwendet. Für selten genutzte Sorten sind 5 oder 10 ml die wirtschaftlichere Wahl, auch wenn der Literpreis höher aussieht.

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Häufige Fragen

Was bedeutet „naturrein" bei ätherischen Ölen?

Dass der Inhalt zu 100 % aus der auf dem Etikett genannten Pflanze gewonnen wurde — ohne Trägeröl, ohne synthetische Riechstoffe und ohne Verschnitt mit günstigeren Ölen. Begriffe wie „Duftöl", „Aromaöl" oder „naturidentisch" bezeichnen etwas anderes.

Wie viele Tropfen ätherisches Öl gehören in einen Diffuser?

Für einen normal großen Wohnraum sind wenige Tropfen je Wasserfüllung üblich. Die genaue Menge steht in der Anleitung des Geräts; eine höhere Dosierung verstärkt den Duft kaum, kann aber Augen und Atemwege reizen.

Darf man ätherische Öle pur auf die Haut auftragen?

Nein. Ätherische Öle werden vor dem Hautkontakt in ein fettes Trägeröl eingerührt, üblich sind 1–3 %. Fertige Roll-ons sind bereits entsprechend verdünnt.

Woran erkennt man, dass ein ätherisches Öl alt ist?

Am Geruch: oxidierte Zitrusöle riechen scharf oder kratzig statt frisch. Trübung, sichtbare Rückstände oder ein deutlich veränderter Farbton sind ebenfalls Hinweise. Das Mindesthaltbarkeitsdatum auf dem Etikett ist der zweite Anhaltspunkt.

Quellen